Videos + Filme

 

In dieser Kategorie finden sich Videos und Filme die auf den Seiten des Archivs Behindertenbewegung gehostet werden.

Der Pannwitzblick I Film I

(1991) - Der vernichtende Blick auf behinderte Menschen

 

 

Der Pannwitzblick (1991), Konzept und Regie: Didi Danquart; Musik: Cornelius Schwehr. Farbe und Schwarzweiß, 90 min)

"Primo Levi, ein ehemaliger KZ-Häftling, hat den KZ-Arzt Pannwitz beschrieben. In dessen Blick las er, als er ihm gegenüber stand, folgende Worte: 'Dieses Dingsda vor mir gehört einer Spezies an, die auszurotten selbstverständlich zweckmäßig ist. In diesem besonderen Fall gilt es, festzustellen, ob nicht ein verwertbarer Faktor in ihm vorhanden ist.' Die Gewalt beginnt mit dem selektiven Blick, dem Pannwitzblick. Diesen Blick der Ausgrenzung, der Herrschaft, man 'kann ihn alltäglich spüren', sagt im Film der Vertreter der Behindertenbewegung, Udo Sierck. Didi Danquart vermeidet Klischees und die vereinfachte Stilisierung zum Opfer. In Der Pannwitzblick geben die Analysen körperlich Behinderter den ihnen gegenüber gestellten Sequenzen aus NS-Kulturfilmen und heutigen Lehrfilmen eine subversive Wendung." Ramón Reichert, in: https://www.filmmuseum.at/jart/prj3/f...

Dank Udo Sierck und Didi Danquardt ist es möglich den Pannwitzblick auf den Seiten des Archivs in einer hohen Auflösung zu hosten.

Der Pannwitzblick im Archiv (MP4 I 1,7 GB)

Der Pannwitzblick auf Youtube

 

Der Pannwitzblick I Buch I

- Wie Gewalt gegen Behinderte entsteht", herausgegeben von Udo Sierck und Didi Danquart, 1993, im Verlag Libertäre Assoziation, Hamburg, ISBN: 3-922611-29-X

 

 

Buchrücken: Anlass für dieses Buch war ein Film mit einer ungewöhnlichen Sprache, mit ungewöhnlichen Bildern über ein ungewöhnliches Thema: die Aussonderung von geistig und körperlich behinderten Menschen. Das NS-Regime bereitete die Massenvernichtung von Menschen, die den Normalitätsvorstellungen der sozialrassistischen Eugeniker nicht entsprachen, mit Propagandafilmen vor. Das Objektiv der Kamera wurde durch die Nazis zum »gesellschaftlichen Auge« umfunktioniert. 

Der Buchtitel geht auf einen Text Primo Levis zurück. In seinem Buch »Ist das ein Mensch?« hatte er von seiner Begegnung mit dem Ingenieur Pannwitz berichtet, der im KZ Auschwitz-Monowitz Häftlinge für die Arbeit in den Buna-Werken der IG Farben selektierte. Er beschrieb seinen Blick, der »wie durch die Glaswand eines Aquariums zwischen zwei Lebewesen getauscht wurde, die verschiedene Elemente bewohnen«. 

Ein solcher Blick richtet sich auch heute noch auf von der gesellschaftlichen Norm abweichende Menschen. Davon berichten im Film »Der Pannwitzblick« und in dem gleichnamigen Buch behinderte Menschen, denen erneut Glasaugen zu Leibe rücken. Das Buch thematisiert die Kontinuitätslinien, die von der »alten« Rassenhygiene hin zu neuen Vorstellungen von Eugenik und Euthanasie reichen.

Das Buch ist weiter lieferbar - Link zur Verlagsseite