Bücherboard

 

 

Im Bücherbord finden sich Bücher als PDF-Dateien, wenn diese nicht mehr bei Verlagen zu finden sind und/oder Verlage/Autoren einer gescannten Version im Rahmen des Archivs zustimmen. 

Diese stehen allen Interessierten zur Lektüre zur Verfügung.

Tina Kuhne / Anneliese Mayer (Hg.)
KISSENSCHLACHT UND MINIGOLF
Zur Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen 
mit unterschiedlichen Behinderungen und Fähigkeiten

 

Aus dem Rückentext: Die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Behinderungen ist bislang in der (Fach-)Öffentlichkeit kaum thematisiert worden. Tina Kuhne und Anneliese Mayer haben sich deshalb eingehend mit dem Thema beschäftigt und einen spannenden Sammelband zusammengestellt.

Fest steht, daß behinderte Mädchen und junge Frauen zuallererst Mädchen und junge Frauen sind, die unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Aus diesem Grund will der vorliegende Band – ausgehend von der tatsächlichen Lebensrealität behinderter Mädchen und junger Frauen – dazu beitragen, künstlich geschaffene Trennungen aufzudecken, bestehende Mauern zu überwinden und Verbindungswege zwischen nichtbehinderten Mädchen und jungen Frauen und solchen mit unterschiedlichen Behinderungen schaffen.

Der Band enthält Beiträge von unterschiedlichen Autorinnen, die sowohl die außerschulische Arbeit für Mädchen mit Behinderungen auf theoretischer Ebene betrachtn als auch konkrete Beispiele aus der Praxis von vielfältigen Gruppen und Initiativen vorstellen.

Der vorliegende Band richtet sich in erster Linie an Fachfrauen und Interessierte der Mädchenpädagogik und -arbeit.

 

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Uschi Pixa-Kettner/Nati Radtke
Tatsächlich ist es umgekehrt
Über Sprache, HERRschaft und Normalität 

 

„Mit dem Thema Frauensprache-Männersprache haben sich schon einige Frauen beschäftigt. Die Behinderten-/Krüppelverachtung in der Sprache wird gerne als nebensächlich abgetan.“ Uschi Pixa-Kettner und Nati Radtke thematisieren in ihrem kleinen Büchlein Sprache und Identität, HERRschaft und Macht.

Sprache, Behinderung, HERRschaft, Normalität thematisiert 1984 von Uschi Pisa-Kettner und Nati Radtke 

 

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Hedwig Kaster-Bieker / Anneliese Mayer
berühmt - beliebt - behindert
Außerordentliche Frauen im Porträt

 

Die „Teddy-Mutter“ Margarete Steiff saß im Rollstuhl, Rosa Luxemburg hinkte. Evelyn Glennie, eine weltweit berühmte Solo-Schlagzeugerin, ist gehörlos. Es gibt Barbie-Puppen als Gebärdensprachenlehrerin und die gelähmte Klara aus Frankfurt, Heidis Freundin, kennt jedes Kind.

Mädchen und Frauen, die nicht den Normen der Gesunden entsprechen, hat es zu allen Zeiten gegeben, einige davon haben Berühmtheit erlangt. Nur in Ausnahmefällen wurden sie wegen ihrer Behinderung bekannt. Die meisten wurden und werden bewundert aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen. Als behinderte Frau einen respektierten, ja sogar hervorgehobenen Platz in der Gesellschaft zu finden, war besonders in früherer Zeit extrem schwierig. Manchmal schien es nur möglich, wenn der vermeintliche Makel versteckt wurde.

Das bedrückende Schicksal der Malerin Elfriede Lohse-Wächtler zeigt, wie noch im 20. Jahrhundert Krankheit und Behinderung als Selektionskriterium missbraucht und wehrlosen Menschen das Lebensrecht abgesprochen wurde.

Trotz vieler Vorurteile und gesellschaftlicher Zwänge waren und sind behinderte Frauen erfolgreich als Schauspielerin, Musikerin und Schriftstellerin, als Unternehmerin oder Kämpferin für soziale Projekte.

Sechzehn Porträts faszinierender Frauen versammelt dieses Buch. Frauen, die mit viel Selbstbewusstsein und Ausdauer, manchmal auch mit einer guten Portion Sturheit ihren eigenen, nicht immer einfachen Weg gegangen sind.

 

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gisela hermes, susanne göbel, ottmar miles-paul
"graadse leeds" - "jetzt erst recht!"
selbsthilfe behinderter menschen in portraits 

 

Aus dem Rückentext: Wie sieht ein selbstbestimmtes Leben für behinderte Menschen praktisch aus? Was müßte sich ändern, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen? Wie haben andere Menschen mit Behinderung ihr Leben geregelt, um dahin zu kommen, wo sie heute stehen? Diese Fragen stellen sich viele behinderte Menschen, deren Eltern und sogenannte Expertinnen" aus der Behindertenarbeit immer wieder, wenn es um die Verwirklichung von Selbstbestimmung für behinderte Menschen geht. Drei Autorinnen aus der Selbstbestimmt Leben Bewegung behinderter Menschen gehen diesen und anderen Fragen anhand von Interviews mit Betroffenen eingehend auf den Grund. In diesem Buch geht es um die Erfahrungen von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen mit der Selbsthilfe. In 15 Porträts behinderter Menschen, die sich im privaten, beruflichen oder politischen Bereich engagieren, wird aufgezeigt, worum es bei der Selbsthilfe geht und welch große Bedeutung und stärkende Auswirkung diese auf das Leben behinderter Menschen hat. Dabei ist es den drei Autorinnen wichtig, die alltäglichen Lebensbereiche der interviewten Menschen wie Wohnen, Arbeit, Selbsthilfeengagement oder Hobbys umfassend darzustellen. Die Texte werden durch Fotos ergänzt, damit sich die Leserinnen und Leser ein weitreichendes Bild von den dargestellten Personen machen können. Es werden neue Welten, Eindrücke und Erfahrungen behinderter Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen vermittelt, die bisher nur wenig Beachtung fanden. Neben den persönlichen Geschichten gibt dieses Buch auch einen breiten Einblick in die Auswirkungen der Behindertenarbeit und -politik der letzten Jahrzehnte und darin, wie betroffene Menschen, die sich heute für ihre und die Rechte anderer engagieren, die Auswirkungen dieser Behindertenpolitik erlebt haben. Die Interviewten sind Zeitzeugen dieser Entwicklungen. Die beschriebenen Lebensgeschichten sollen wichtige Impulse geben, zu Veränderungen anregen und vor allem Menschen mit Behinderung dazu ermutigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

 

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Anneliese Mayer, Jutta Rütter (Hrsg.)
Abschied vom Heim

Erfahrungsberichte aus Ambulanten Diensten und Zentren für Selbstbestimmtes Leben

 

Anneliese Mayer, Jutta Rütter (Hrsg.), 1. Auflage, München: AG-SPAK Publikation, 1988, M87, ISBN: 3-923 126-53-0

Rückentext: Die Diskussion um die ambulante Versorgung behinderter und alter Menschen wird in den letzten Jahren überall geführt: bei Politikern, bei Verbänden, bei Versicherungen, in der Öffentlichkeit und nicht zuletzt bei den Betroffenen selbst.

In diesem Buch berichten MitarbeiterInnen und KundInnen von Ambulanten Diensten und Zentren für Selbstbestimmtes Leben über ihren Alltag. Zur Sprache kommen die Schwierigkeiten mit den rechtlichen und finanziellen Bedingungen, die häufig das Leben außerhalb einer Sondereinrichtung behindern. Daneben gibt es auch Erfolge zu verzeichnen: Voraussetzungen wurden geschaffen, damit geistig Behinderte mit Hilfe von Ambulanten Diensten allein oder in einer kleinen Wohngemeinschaft selbständig leben können. Und Behinderte können ihre HelferInnen selbst auswählen und anstellen. Dies alles sind Schritte hin zu mehr Selbstbestimmung und Emanzipation von Behinderten.

 

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Krüppel-Tribunal
Menschenrechtsverletzungen im Sozialstaat

 

Das Krüppel-Tribunal wurde von der Behindertenbewegung zum Ende des Internationalen Jahrs der Behinderten 1981 durchgeführt (analog zum jährlich von Amnesty International durchgeführten Russel-Tribunal, erstmals 1966, ursprünglich zur Untersuchung US-amerikanischer Kriegsverbrechen im Vietnam-Krieg). Das Tribunal thematisierte Menschenrechtsverletzungen bei Menschen mit Behinderung, gegen Aussonderungspolitik (Sondereinrichtungen für Menschen mit Behinderung), gegen die Unterdrückung von Menschen mit Behinderung durch Politik, Heimleitungen, Experten, Anklagepunkte waren: die Lebenssituation in Heimen, Behördenwillkür, Mobilität, Werkstätten, Lebenssituation von Frauen mit Behinderung, Pharmaindustrie, Psychiatrie, die Zustände im Rehabilitationszentrum Neckargmünd, ...

Im Vorfeld des Tribunals kam es zur Spaltung über die Frage der Einbeziehung von Menschen ohne Behinderung in die Organisation des Krüppeltribunals, schließlich Planung und Durchführung des Tribunals ohne Beteiligung der Krüppelgruppen (die den Ausschluss von Menschen ohne Behinderung forderten).

Wir können hier das Buch 'Krüppel-Tribunal' zum Download als PDF-Datei anbieten. Das ehemals im Pahl-Rugenstein-Verlag erschienene Buch wurde von der AG-SPAK in München aufgekauft und mit neuem Umschlag vertrieben. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages:

 

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Behindernde Hilfe oder Selbstbestimmung der Behinderten
Kongressbericht der internationalen Tagung:
„Leben, Lernen, Arbeiten in der Gemeinschaft“
München 24.-26. März 1982

 

Vereinigung Integrationsförderung e.V. – ViF – München, 1982

Aus dem Vorwort: Den Gedanken der gemeindenahen, ambulanten Hilfen für Behinderte und Langzeitkranke einmal auf breiterer Ebene bekanntzumachen und seine Verwirklichung durchzusetzen war ein wesentliches Ziel, als die VIF daranging, einen internationalen Kongreß zu diesem Thema zu veranstalten. Ein weiteres Ziel war; einen internationalen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, durch den die Integrationsbemühungen in der Bundesrepublik neue Impulse erhalten könnten.

Der Kongreß „Leben, Lernen, Arbeiten in der Gemeinschaft" führte etwa 400 Teilnehmer aus 11 Nationen zusammen. Im Laufe der drei Kongreßtage wurden wesentliche Erfahrungen aus dem In- und Ausland vermittelt und entscheidende Zielsetzungen für die kommenden Jahre erarbeitet. Die breite Zustimmung, die diese Tagung gefunden hat und das große Interesse bei Betroffenen, Fachleuten, Politikern und der Öffentlichkeit sind ein Beleg sowohl für das dringende Bedürfnis nach gemeindenahen ambulanten Diensten in der Bundesrepublik, als auch für den Erfolg dieser Tagung. ...

Der vorliegende Kongreßbericht enthält alle Referate der Tagung, Berichte aus den Arbeitsgruppen, die sich mit bestimmten Themenschwerpunkten befaßten und die vom Plenum des Kongresses verabschiedeten Resolutionen. Ergänzt wird diese Dokumentation durch einige weiterführende Texte, eine Darstellung der Zunkunftsperspektiven, die sich aus der Tagung ergeben haben, sowie eine ausführliche Liste deutscher und internationaler Literatur.

 

Behindernde Hilfe oder Selbstbestimmung der Behinderten zum PDF-Download I 18,4 MB

 

Integration und Autonomie behinderter Menschen

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitforschung 1980-1983
Im Auftrag des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit

Wissenschaftliche Leitung: Professor Dr. Otto Speck
Durchführung: Saskia Kluss (M. A.) und Rupert Unger (M. A.)

Band 172 Schriftenreihe des Bundesministers für Jugen, Familie und Gesundheit

Aus dem Vorwort: "Integration behinderter Menschen ist in erster Linie ein praktisches Problem, und praktisch, lebensnah müssen die Hilfen sein, die ein produktives Leben in der Gemeinschaft ermöglichen. - Dieser einfache Gedanke stand im Mittelpunkt, als 1978 ein Kreis von behinderten Menschen und Fachkräften aus der „Behindertenarbeit" die Vereinigung Integrations-Förderung e. V. - VIF - in München gründeten. Nach fünfjähriger Aufbauarbeit und so dürfen wir im Sinne des vorliegenden Berichts der Begleitforschung wohl sagen - Bewährung des Modells werden diese praktischen Probleme der Alltagsbewältigung hilfsbedürftiger Menschen von allen Beteiligten mit mehr Sicherheit und Selbstbewußtsein gelöst als zu Beginn. Der Einsatz von angelernten Laienhelfern zur selbständigen Lebensbewältigung selbst sehr schwer behinderter Menschen in Familie, Ausbildung und Beruf hat sich überzeugend bewährt. ... Autonom-Leben - so zeigte sich - setzt wesentlich voraus, daß nicht die Organisatoren einer neuartigen Form von Hilfsdienst, sondern v. a. die Betroffenen selbst zu Experten ihrer behinderten Lebensbewältigung werden, die Organisation der nötigen Hilfe selbst in die Hand nehmen und durch ihr Vorbild, ihre Erfahrungen und ihren Rat auch anderen behinderten Menschen auf dem Weg zu mehr Autonomie helfen. In diesem Sinne hat die bloße Bereitstellung von Helfern, also die lediglich praktische Sichtweise der Gründer begonnen, sich zu einem weiteren Konzept der organisierten Hilfe zur Selbsthilfe zu entwickeln."

 

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitforschung 1980-1983

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Autonom-Leben - Gemeindenahe Formen von Beratung, Hilfe und Pflege zum selbständigen Leben von und für Menschen mit Behinderungen I Buch I

 

Überblick über internationale Ansätze und Modelle und die Situation in der Bundesrepublik, August Rüggeberg, Abschlußbericht eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes im Auftrag des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit, Institut für Sonderpädagogik der Universität München, Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Otto Speck, Band 173, Schriftenreihe des Bundesministers für Jugend, Familie und Gesundheit, Verlag W. Kohlhammer

Der Abschlussbericht basiert auf der Dissertation von August Rüggeberg, dem blinden ehemaligen Heimleiter der Münchener Pfennigparade und Mitbegründer des ersten ambulanten Hilfsdienstes, dem Verein Integrationsförderung - VIF e.V.. Seine Forschungsergebnisse sind bis heute ein Fundament für "ambulant vor stationär" und belegen die Effizienz von "Autonom Leben". 

 

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Tödliche Ethik
Beiträge gegen Eugenik und ›Euthanasie‹
Herausgegeben von Theo Bruns, Ulla Penselin, Udo Sierck 

 

Aus dem Vorwort: "Die Orte und Wege, die Akzeptanz für neue Sozialtechniken und ›neue Ethik‹ zu fördern, sind vielfältig. Die Themen in die öffentliche Diskussion zu hieven, die Auseinandersetzung darüber ›salonfähig‹ zu machen und eugenisches und sozialrassistisches Gedankengut zu einem unbesehenen Bestandteil eines ›demokratischen Meinungspluralismus‹ zu erheben ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu ihrer Umsetzung; dazu gehören wissenschaftsinterne Kongresse, über die die Medien berichten, dazu gehören die Ethikkommissionen, Podiums- oder die ach so liberalen Pro-und-Contra-Diskussionen. Der von den ProtagonistInnen ge- suchte und geforderte ›gesellschaftliche Dialog‹ bietet die scheindemokratische Legitimation zur Durchsetzung der politischen Ziele. Und er bietet die Fiktion eines herrschaftsfreien Dia- logs zwischen Opfern und Tätern. Eine ›kleine Ungewichtigkeit‹ wird dabei ausgeblendet: Wenn die eine Seite, die den Hebeln der Macht sowieso schon nahe ist, sich durchsetzt, kann das tödliche Konsequenzen für die andere Seite haben, mit der oder über die jetzt noch friedlich diskutiert werden soll." "Die Proteste gegen die Veranstaltungen mit Singer in Dortmund oder Marburg wurden von einem ermutigend breiten Bündnis getragen, in dem sich Krüppelinitiativen, autonome Frau- engruppen, historisch arbeitende Gruppen und Einzelpersonen bis hin zu Fachleuten aus der ›Sozialen Psychiatrie‹ trotz vorhandener inhaltlicher Widersprüche und Streitpunkte zusam- men engagiert haben. Diesen Widerstand zu dokumentieren bildete den Anstoß für das vor- liegende Buch. Es soll aber auch der Diskussion um gemeinsame Klarheit dienen, welche Auseinandersetzungen künftig noch untereinander und gegen die WegbereiterInnen einer ›neuen‹ Eugenik und ›Euthanasie‹ geführt werden müssen."

Ein Verweis auf die Seite des Verlages 'assoziation a' in dem 1993 das Buch erschien. Es ist unter dem folgenden Link im Netz verfügbar:

http://www.assoziation-a.de/dokumente/Toedliche_Ethik.pdf

 

Für Wohltätigkeitsfeste gut ... Krüppel.
Vom Umgang mit Behinderten.
ARBEITSHEFTE zur sozialistischen Theorie und Praxis

Heft Nr. 88/August 1990 - Bundesweite Zeitschrift der Juso-Hochschulgruppen

 

Aus dem Editorial: „In keiner unserer Publikationen bzw. Beschlüsse und Aktionen werden die Konsequenzen, die Auswirkungen und die besondere Betroffenheit von Behinderten berücksichtigt. Eine solche politische Praxis steht im krassen Gegensatz zu der Forderung der Integration von Behinderten. Mit dem Arbeitsheft „Für Wohltätigkeitsfeste gut... Krüppel. Vom Umgang mit Behinderten" wollen wir den Versuch unternehmen, die Ignoranz in unseren eigenen Reihen aufzubrechen. Wir haben lange darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist, ein Heft eigens mit diesem Schwerpunkt zu erarbeiten. Es kann nicht Sinn sein, ein Arbeitsheft zu diesem Thema zu erstellen, das politische Gewissen zu beruhigen und dann zur Tagesordnung überzugehen. Es muß politischer Alltag werden, daß alle Menschen an unserer Arbeit teilhaben können und alle gesellschaftlichen Gruppen in unsere Analysen und Beschlüssen berücksichtigt werden. Im vorliegenden Arbeitsheft haben wir verschiedene Aspekte zusammengetragen.“ ... „Uns ist bewußt, daß wir mit diesem Arbeitsheft nicht alle Problembereiche der Menschen mit Behinderungen angesprochen haben. So fehlen z.B. die Bereiche Geistig Behinderte, Integration von Behinderten, Kinder in Regelschulen, Heimunterbringung usw. Wir hoffen, mit diesem Arbeitsheft Diskussionen anzuregen und Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen.“

 

Für Wohltätigkeitsfeste gut ... Krüppel. - PDF-Datei ( 78,6 MB) 

Swantje Köbsell
EINGRIFFE 
– Zwangssterilisation geistig behinderter Frauen

 

AG-SPAK-Publikationen, Band M 79, 1987, 
ISBN: 3-923126-46-8

Rückentext: Die Zwangssterilisation geistig behinderter Menschen ist auch heute noch ein weitgehend tabuisiertes Thema. An die Öffentlichkeit dringen immer nur einzelne Skandale. Aber auch diese Skandale lösen keine breite inhaltliche Diskussion aus, in der z.B. die historische Entwicklung dieser Form des Umgangs mit Menschen, die man für unwürdig oder unfähig sich fortzupflanzen hält, berücksichtigt wird. Ebensowenig wird problematisiert, daß hauptsächlich Frauen und Mädchen von diesen Eingriffen betroffen sind und welche Auswirkungen diese Eingriffe für sie haben.

Das vorliegende Buch zeigt die —zum Teil unrühmliche und nicht aufgearbeitete— Vergangenheit dieser Problematik auf und arbeitet die besondere Betroffenheit der geistig behinderten Frauen heraus, sowohl für die Vergangenheit als auch für die Gegenwart. Dabei wird deutlich, daß Zwangssterilisation nicht aufgrund von "Sachzwängen" erfolgt, wie uns oft glauben gemacht wird, sondern daß es oft Hilflosigkeit, Manel an Alternativen und Phantasie, aber auch eugenisches Gedankengut und Menschenverachtung sind, die auch heute noch die Zwangssterilisation oft zur einzigen Lösung eines Problems macht.

 

Download von Eingriffe als PDF-Datei I 77,6 MB

 

Gisela Hermes (Hg.)
Traumland USA?
Zwischen Antidiskriminierung und sozialer Armut

 

Bifos-Schriftenreihe, 1998, bifos Band 9, ISBN: 3-/32951-03-4

 

Buchrücken: Ein Sammelband über das behindertenpolitische Traumland USA“ dem Land wo das Antidiskriminierungsgesetz (ADAfür behinderte Menschen reale Erfolge feiert.

Können die USA miihrem ADA Vorbild für eine ähnliche Gesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland sein? Dieser Frage gehen die Autorinnen des Buches intensiv nach.

Sie beschreiben die Lebensrealität der US-Amerikanerinnen auf der Grundlage eigener Erfahrungen vor Ort Deutlich wirddaß die USA in bezug auf die Durchsetzung und Realisierung der Bürgerrechte behinderter Menschen Unglaubliches geleistet habendaß sie jedoch genau dann, wenn es darum gehtdiese Rechte finanziell abzusichernbisher grundlegend versagen.

Ein Fazit könnte lautenähnliche Anti-Diskriminierungsgesetze wie in den USA haben wir Deutschen bitter nötig; unsere soziale Absicherung muß jedoch bestehen bleiben.

 

Traumland USA zum PDF-Download I 12,24 MB

 

Ernst P. Gerber, Lorenzo Piaggo (Hrsg.)
Behinderten-Emanzipation
Körperbehinderte in der Offensive

 

226 S., Z-Verlag Basel 1984

 

Buchrücken: Behinderte haben sich in den letzten Jahren vermehrt für ihre Anliegen engagiert. Sie begannen, die Forderung nach Selbstbestimmung und Selbstvertretung unter sich zu diskutieren und in die Öffentlichkeit zu tragen. Sie wehren sich zunehmend dagegen, von Nichtbetroffenen verwaltet und bevormundet zu werden.

Immer deutlicher stellen sie den Eifer, mit dem selbsternannte Behindertenanwälte sie integrieren und normieren wollen, in Frage. Behinderte finden es an der Zeit ihre Bedürfnisse zu artikulieren und durchzusetzen.

Allzu lange und ausgiebig genug ist über Behinderte publiziert worden, deshalb melden sich in der vorliegenden Textsammlung ausschliesslich Behinderte als Direktbetroffene zu Wort. 18 Autorinnen und Autoren aus der Schweiz und aus Deutschland haben zu diesem Buch beigetragen. Von verschiedenen Seiten beleuchten sie eine Vielfalt wesentlicher Aspekte, Probleme und Ansätze.

 

Beiträge von: Hans Bollhalder, Helene Bruppacher, Franz Christoph, Monique Duchene, Christoph Eggli, Ursula Eggli, Albert Fanchamps, Horst Frehe, Emst P. Gerber, Luise Habel, Jean R. Longchamp, Joe Manser, Lorenzo Piaggio, Lothar Sandfort, Cilly Schwerdt, Emil Thür, Fritz Undank, Milo H. Waller.

 

Behinderten-Emanzipation zum PDF-Download I 35,4 MB

 

Gerlinde Barwig/Christiane Busch (Hg.):
"Unbeschreiblich weiblich!?" 
- Frauen unterwegs zu einem selbstbewußten Leben mit Behinderung

 

AG SPAK Bücher, Band M 115, ISBN: 3-9213126-83-2, 32,00 DM

Rückentext: „Unbeschreiblich weiblich!?“ verarbeitet Änderungen der Situation behinderter Frauen in den letzten Jahren: Wo stehen sie heute, nachdem sie weder feministischen Fraktionen noch der Behinderten-Bewegung zugeschlagen werden mögen? Das Spektrum der Beiträge umfaßt Interviews mit Betroffenen, Literaturanalysen, Kontroversen - Einigkeit besteht jedenfalls in der politischen Forderung nach mehr Autonomie.

 

Unbeschreiblich weiblich? - Download als PDF-Datei I 26,6 MB

 

Christa Schlett:
...Krüppel sein dagegen sehr
Lebensbericht einer spastisch Gelähmten

 

166 S., 1984, Fischer tbv, ISBN: 3-596-27551-2 

Aus dem Buch: „Das Behindertsein ist für den anderen immer der ausschlaggebende Faktor. Je größer die körperliche Schwäche ist, um so niedriger, glaubt man, sei die geistige Stärke und die seelische Kraft. Sobald man einen Behinderten wie ein Kleinkind versorgen muß, behandelt man ihn meistens auch als ein solches, selbst wenn er hundertmal das Gegenteil zu beweisen versucht.“

Mit 39 Jahren verfasst Christa Schlett ihren „Lebensbericht einer spastisch Gelähmten, der zunächst 1970 im Jugenddienst Verlag erschien, bevor es im 1984 Fischer-Taschenbuchverlag neu aufgelegt wurde. 

Interview von Hans-Georg Gabler mit Christa Schlett https://www.fr.de/frankfurt/spd-org26325/ging-augenhoehe-nichtbehinderten-10996509.html

 

Download ...Krüppel sein dagegen sehr als PDF-Datei I 15,9 MB

 

Gisela Hermes (Hg.): 
Krücken, Babys und Barrieren 
- Zur Situation behinderter Eltern in der Bundesrepublik

 

bifos-Schriftenreihe, Band 10, 1998, ISBN: 3-932951-04-2

Rückentext: Eltern mit Behinderung - es gibt sie und sie sind viele! Behinderte Eltern sind in allen Behinderungsgruppen und in allen Gesellschaftsschichten zu finden. Obwohl sie sehr unterschiedliche Behinderungen haben, ist ihnen eines gemeinsam: Sie werden nur schwer von der Gesellschaft akzeptiert und auf ihre Bedürfnisse wird wenig Rücksicht genommen. Bisher ist die Lebenssituation behinderter Eltern kaum ein Themafür die breitere Öffentlichkeit. Daskönnte sich mit diesem bifos-Bandgrundlegend ändern. Denn hier wird zum ersten Mal die Elternschaft von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ausführlich thematisiert und aufgearbeitet. Gisela Hermes, selbst behinderte Mutter, beschreibt, ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen, die Lebensrealität behinderter Eltern in der Bundesrepublik. Außerdem hat sie, in vielen Interviews, behinderte Eltern zu ihrer Lebensrealität befragt und die Ergebnisse in diesem Band zusammengestellt. Hierbei kommen auch praktische Tips für den Alltag nicht zu kurz.

 

Krücken, Babys und Barrieren zum Download als PDF I MB

Jürgen Hobrecht
Du kannst mir nicht in die Augen sehen

 

März Verlag bei Zweitausendeins, 1981, 

Klappentext: Jürgen Hobrecht über sein Buch: Über das Lebensrecht von Behinderten wird in diesem Land seit dreißig Jahren diskutiert, vorher wurden sie vergast. Heute isoliert man Behinderte in keimfreien Anstalten, die Gettos im Grünen werden perfektioniert, bis hin zu einer Früherkennung des Andersartigen in Zentren für behinderte Kinder. Was im Faschismus betrieben wurde war Mord, was heute an Behinderten praktiziert wird, ist soziale Euthanasie, ln diesem internationalen Jubeljahr der Behinderten wird eine verlogene Menschlichkeits-Dampfwalze in Gang gesetzt werden, schlechtes Gewissen soll durch mitleidsvolle betuliche Hinwendung zu den »armen Geschöpfen« saniert werden. Man wird von mir nicht erwarten, daß ich mich mit meinem Buch an dieser Perversion beteilige, oder gar pädagogisches Verständnis für die Diskussion um mein Recht auf Leben aufbringe. Ich habe über mich geschrieben, Probleme, die mich verunsichern und behindern, wollte ich begreiflich machen, zunächst mal mir selbst. Mein Schreiben war nicht sozial motiviert, die ursprüngliche Idee war nicht Schreiben um gedruckt zu werden, sondern Druck loszuwerden. Ich habe nie versucht, mich in meinen Leser hineinzuversetzen, ich war viel zu sehr damit beschäftigt zu kapieren, was in mir selbst abläuft. Leute aus der politischen und sozialen Arbeit werden mir ankreiden: daß ich Selbstverständlichkeiten beschreibe, intime Details der Behinderung, mit denen zu leben für mich Alltag ist, die aber jene, die sich in hygienischer Distanz zum Andersartigen befinden, zunächst mal schockieren müssen 

Dieses Buch ist also die Autobiographie eines behinderten Menschen, der durch die Darstellung seiner Situation auch zeigt, daß er nicht nur Rollstuhlfahrer ist. Nicht: Behinderte sind auch Menschen, sondern darstellen was ist, was Leben bedeutet, im Rollstuhl, im Bett, an der Uni, in den politischen Gruppen, Situationen, in denen Behinderung deutlich wird und nicht nur der Rollstuhl. Durch die selbstverständliche Aneinanderreihung von Rollstuhl-Behinderung und »anderem Gehindertsein« wird es Identifikationspunkte für den Leser geben, die Behinderungen auf den Begriff bringen, nämlich gesellschaftliche Normen, Vorstellungen vom Anderen, Leistungsansprüche, Klischees, die Menschen leidend machen.

Ich denke jetzt, daß ich dieses Buch auch geschrieben habe, um etwas zu erfahren: Wie reagieren Menschen auf die selbstverständliche Darstellung eines Lebens, das man behindert nennt, wie reagieren sie auf die Darstellung behinderter Sexualität, wie wir sie bisher nur aus Texten der Frauenbewegung gewohnt waren. Wie wird man den Text aufnehmen, angesichts der öffentlichen Infragestellung des Lebensrechtes von Behinderten. Ich will dem Ergebnis nicht durch theoretische Annahmen vorgreifen, ich bin gespannt. Und ich gebe zu, daß ich Angst habe, Angst wieder bemitleidet zu werden, von Leuten, die die Offenheit nicht verstehen, die Parallele zwischen dem Gelesenen und Erfahrungen ihrer eigenen Existenz nicht ziehen können. Ich weiß, daß ich etwas riskiert habe, ich weiß, daß es sich für mich gelohnt hat. »Laßt uns einen Dialog über Andersartigkeit führen.« (Pier Paola Pasolini).

 


Karin Struck über Jürgen Hobrecht "Du kannst mir nicht in die Augen sehen", Spiegel 1981, 13

Jürgen Hobrecht, geboren 1957 in Hameln. Nach zahlreichen Krankenhausaufenthalten in der Kindheit wegen Behandlung der Folgen einer spina bifida sowie nach Abschiebung in ein Sonderschulinternat für Behinderte, 1975 Fachabitur Sozialpädagogik. Lebt seit 1975 in Münster (Westf.). Studium der Sozialpädagogik nach drei Semestern abgebrochen. Arbeitet seit 1976 als freier Autor für Presse und Funk. 1978/79 Aufenthalte in Florenz und Neapel, Arbeit an diesem Buch.

 


 

Du kannst mir nicht in die Augen sehen – Download als PDF I MB

 

Udo Sierck
Das Risiko nichtbehinderte Eltern zu bekommen
Kritik aus der Sicht eines Behinderten

 

AG-SPAK-Bücher, Band M97, 166 S., ISBN 3-923 126-63-8, 25,- DM

Buchrücken: Seit einigen Jahren gibt es eine Flut von Publikationen, in denen Eltern ihre Erfahrungen mit dem eigenen Kind beschreiben, weil sie aufklärend wirken wollen. Haben wir umgedacht? Hat sich die Haltung von Hinz und Kunzin gegenüber behinderten Menschen geändert?

Mitnichten - Udo Sierck unternimmt - nicht ohne gutfundierte, ja funkelnde Polemik - nichts weniger als eine Gesamtaufnahme der isolierten und diskriminierenden Lebensverhältnisse behinderter Menschen in der Bundesrepublik.

Seine Perspektive ist aber, längst überfällig, die der Betroffenen selbst - der behinderten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. Er setzt die kritische Reflexion des Eltern-Kind-Verhältnisses in Beziehung zu brisanten gesellschaftspolitischen Entwicklungen , die das Existenzrecht behinderter Menschen bedrohen: Zwangssterilisation, Humangenetik oder und aktive Sterbehilfe sind Stichwörter für ein verbreitetes Denken, in dem Leiden, Krankheit oder Behinderung keinen Platz mehr finden. Daß selbst Eltern behinderter Kinder mit ihren Organisationen diese Perspektiven mitzuverantworten haben, ist das bittere Fazit dieses Buches.

 

Das Risiko nichtbehinderte Eltern zu bekommen PDF-Download I 31,4 MB

 

Swantje Köbsell
WAS WIR BRAUCHEN
Handbuch zur behindertengerechten Gestaltung von Frauenprojekten

 

bifos-Schriftenreihe Band 6, 118 S., 1996
ist eine vollständig überarbeitete und auf deutsche Verhältnisse adaptierte Überarbeitung des kanadischen Handbuches  'MEETING OUR NEEDS - AN ACCESS MANUAL FOR TRANSITION HOUSES' erstellt von Shirley Masuda und Jillian Ridington, für: DisAbled Women's Network Canada ? DAWN?Canada, 2nd Printing: April 1992

Es gibt inzwischen ein weit gespanntes Netz von Frauenhäusern, Notrufen für vergewaltigte Frauen und Beratungsstellen gegen sexuellen Mißbrauch, die für alle von sexueller Gewalt betroffenen Frauen dasein wollen. Viele Frauenprojekte sind jedoch für Frauen mit Behinderungen nicht zugänglich, Frauenbuchläden führen kaum Literatur zum Thema Weiblichkeit und Behinderung, Frauenhäuser lehnen bislang häufig Frauen mit Behinderung ab... . Hier kann das Handbuch zur behindertengerechten Gestaltung von Frauenprojekten helfen, die Bedürfnisse von Frauen mit Behinderungen zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Download des Handbuches als PDF-Datei I 10,56 MB

 

Franz Christoph / Christian Mürner
Der Gesundheits-Fetisch
Über Inhumanes in der Ökologiebewegung

 

Roland Asanger Verlag Heidelberg 1990

Rückentext: Die provokante These des Buches lautet: In demselben Maße, in dem das ökologische Bewusstsein der Bevölkerung zunahm, stieg auch deren Verachtung gegenüber Behinderten. Die Ökologiebewegung hat Behindertenfeindlichkeit zwar nicht erfunden, aber dazu beigetragen.

Die Autoren wenden sich dagegen, daß Behinderte in der Auseinandersetzung um Atomenergie und Gentechnologie mißbraucht werden, und wehren sich gegen deren Rolle als "abschreckendes Beispiel". Einen konstruktiven Streit über den Gesundheit- und Schönheit-Fetischismus unserer Zeit, die Idealisierung der "Natur" und die Allmachtsphantasie der "Normalität" halten sie für dringend erforderlich.

Aus dem Inhalt:
- Das Katastrophen-Kapitel
- Das Aufklärungs-Kapitel
- Das Sprach-Kapitel
- Das Natürlichkeits-Kapitel
- Das soziale Kapitel
- Das versöhnende Kapitel

Der Gesundheitsexperte-Fetisch als PDF-Download I 31,25 MB

 

Franz Christoph
Tödlicher Zeitgeist 
– Notwehr gegen Euthanasie

 

Kiepenheuer & Witsch, 1990, ISBN 3-462-02052-8, 16,80 DM

Klappentext: Dieses Buch ist kein Beitrag zur-gegenwärtig an Umfang und Bedeutung zunehmenden -Debatte über Euthanasie und Sterbehilfe. Es ist ein Buch gegen diese Debatte, und zwar in jeder Form. Es richtet sich gegen die Aufhebung des Tabus, Lebensrechte von Menschen in Frage zu stellen, und gegen den Versuch, diese Aufhebung mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung zu legitimieren.

Für den Autor hat Meinungsfreiheit dort ihre Grenzen, wo Meinungsäußerung zur tödlichen Bedrohung von Menschen wird. Und das geschieht dann, wenn das Begriffspaar „lebenswert-lebensunwert“ (wieder)eingeführt wird, wenn wieder öffentlich darüber nachgedacht wird, ob und inwieweit das Existenzrecht bestimmter Menschen und Menschengruppen, z.B. Schwerbehinderter; zur Disposition gestellt werden darf.

Kritisch setzt sich der Autor auch und gerade mit den drei großen Bewegungen des vergangenen Jahrzehnts, der Frauen-, der Friedens- und der Ökologiebewegung auseinander und deckt Tendenzen der Abwertung von nicht unversehrtem, nicht gesundem menschlichen Leben in diesen Bewegungen auf.

Dieses Buch ist eine entschiedene Stellungnahme gegen die Propagierung von gesundem Körper und gesundem Geist als Grundvoraussetzung für das Recht auf Leben und ein kompromißloses Plädoyer für das unbeschränkte Existenzrecht aller Menschen, wie andersartig, behindert, krank und leidend sie auch immer sein mögen.

 

Download Tödlicher Zeitgeist als PDF-Datei I MB

 

Franz Christoph
Ich bin (k)ein Felix
Roman. Herausgegeben von Christian Mürner

 

verlag am park, Berlin, 1998, ISBN 3-932180-71-2

Felix ist ein Retortenmensch. Er kommt erst morgen zur Welt, hat aber eigentlich schon gestern gelebt. Der Lebenslauf von Franz Christoph lieferte den Stoff für diesen Entwicklungsroman. Science fiction als bitterböser Alltag, auch wenn der verstorbene Autor im Nachlass versichert: Alle Personen sind frei erfunden, Ähnlichkeiten rein zufällig.

Ich bin (k)ein Felix als PDF-Download I 7,7 MB

 

Franz Christoph
Krüppelschläge
Gegen die Gewalt der Menschlichkeit

 

Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Hamburg, 1983, 780-ISBN 3499 15235

Klappentext: „Der Nichtbehinderte besteht auf Vertraulichkeit. Er behauptet, er sei der Freund des Krüppels, und fordert ihn auf: „Erzähl mal, was sich bei Dir innerlich abspielt. Erzählt der Behinderte nichts, setzt er eine Freundschaft aufs Spiel, von der er abhängig gemacht worden ist. Deshalb erzählt er etwas, was persönlich klingt. Die Wahrheit erzählt er nicht. Sie würde die Freundschaft zerstören. Wahrheit für uns Behinderte heißt, daß unsere Existenz auf Lügen, Berechnung und Bedrohung beruht.“

Krüppelschläge - Gegen die Gewalt der Menschlichkeit als PDF-Download I 17,64 MB

 

Gisela Hermes & Brigitte Faber (Hg.) 
Mit Stock, Tick und Prothese
Das Grundlagenbuch zur Beratung behinderter Frauen

 

bifos-Schriftenreihe zum selbstbestimmten Leben Behinderter, Kassel, 2001

 

Dieses Handbuch ist im Rahmen des bifos Frauenprojektes „Behinderte Frauen in Ost und West“ entstanden. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert und hatte eine Laufzeit von drei Jahren. Es bestand aus einem Weiterbildungsangebot für behinderte Beraterinnen mit insgesamt neun mehrtägigen Seminaren über Methodik der Beratung, Inhalte der Frauenberatung und Rahmenbedingungen der Beratungsarbeit. Die verschiedenen Themen der Weiterbildung wurden für dieses Buch ausführlich dargestellt und vertieft, um Praktikerinnen, die mit behinderten Mädchen und Frauen arbeiten, Informationen und Unterstützung zu bieten. Die Autorinnen dieses Buches sind, bis auf eine Ausnahme, selbst behindert und schreiben als Expertinnen in eigener Sache. Ganz im Sinne des Peer Counseling (Betroffene beraten andere Betroffene) kennen sie die Situation und Problematik als Frau und als Behinderte aus eigener Lebenserfahrung. Mädchen und Frauen mit Behinderung werden in diesem Buch erstmalig nicht einseitig als BEHINDERTE oder FRAU beschrieben - die Autorinnen bringen beide Perspektiven miteinander in Verbindung.

Auswahl und Aufbereitung der Themen insgesamt sind in enger Zusammenarbeit mit in der Praxis tätigen behinderten Beraterinnen entstanden, d.h. dieses ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis.

Die Hauptthemen sind:
• Darstellung der Beratungsmethode des Peer Counseling unter frauenspezifischen Ansätzen
• grundlegende behinderungsübergreifende Beschreibungen der Lebenssituation von Frauen und Mädchen für unterschiedliche Lebensbereiche mit Beratungstipps 
• Darstellung unterschiedlicher Behinderungen und deren Auswirkung auf die Lebenssituation der betroffenen Frauen

Ausserdem finden Sie im Anhang nützliche Literaturhinweise und Lebenssituation.

 

Mit Stock, Tick und Prothese als PDF-Download I MB

 

Gisela Hermes
Mit Stock, Tick und Prothese
Das Arbeitsbuch zur Weiterbildung behinderter Beraterinnen

 

bifos-Schriftenreihe zum selbstbestimmten Leben -disability studies, Kassel 2002, ISBN: 3-932951-25-5

 

Klappentext: Dieser Materialienband zur Weiterbildung behinderter Beraterinnen ist im Rahmen des bifos Frauenprojektes „Behinderte Frauen in Ost und West“ entstanden. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert und hatte eine Laufzeit von drei Jahren. Es bestand aus einem Weiterbildungsangebot für behinderte Beraterinnen mit insgesamt neun mehrtägigen Seminaren, sowie der Erstellung eines Handbuches für behinderte Beraterinnen. Letzteres erschien bereits unter dem Titel „Stock, Tick, Prothese“ in unserem Verlag.

In diesem Band werden die Unterrichtsinhalte und Materialien, die sich bei der Durchführung der Weiterbildung bewährt haben, vorgestellt. Die Materialien eignen sich als Grundlage für die Durchführung von Seminaren und Weiterbildungen für behinderte Beraterinnen. Die vorgeschlagenen Übungen sind in erster Linie für die Arbeit in Gruppen gedacht. Jedoch findet manche Beraterin in diesem Buch sicherlich auch Informationen, die für ihre Beratungsarbeit mit behinderten Frauen nützlich sein können.

Die vom bifos durchgeführte Weiterbildung für behinderte Beraterinnen gliederte sich in drei unabhängige Bausteine mit je drei Seminaren die Ihnen im vorliegenden Band differenziert vorgestellt werden. 

Es handelt sich um die folgenden Themenbereiche:

  1. Methodik der Beratung
    Einführung in die unabhängige parteiliche Beratung von behinderten Frauen,
    Identifikation und Abgrenzung in der Beratung
    Beratungsmethoden
  2. Inhalte der Beratung mit behinderten Frauen
    Intimität und Sexualität
    Sexuelle Gewalt und ihre Auswirkungen
    Behinderte Frauen und Arbeit
  3. Rahmenbedingungen der Beratungsarbeit 
    Strukturelle Rahmenbedingungen
    Arbeitsorganisation und Finanzierung

 

Gisela Hermes - Mit Stock, Tick und Prothese - das Arbeitsbuch als PDF-Download I MB

 

Gisela Hermes, Swantje Köbsell (Hg.)
Disability Studies in Deutschland -Behinderung neu denken!
Dokumentation der Sommeruni 2003

 

bifos-Schriftenreihe zum selbstbestimmten Leben Behinderter, 2003

Das Jahr 2003 wurde von der Europäischen Union zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen (E)MB) ausgerufen, um die Gleichstellung behinderter Menschen in Europa voranzubringen. Im Rahmen des E|MB veranstaltete das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) e. V. in Bremen eine 14tägige Sommeruniversität zum Thema „Disability Studies in Deutschland. Behinderung neu denken". Die Sommeruni sollte Gelegenheit bieten, den Austausch über erfolgreiche Projekte und Ansätze zur Unterstützung behinderter Menschen als auch über Forschungsansätze, -projekte und -ergebnisse zu ermöglichen, deren Ziele die Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung behinderter Menschen sind. Mit diesem Ansatz versteht sich die Sommeruni als Teil der internationalen Disability Studies. Während es inzwischen in fast allen Ländern der Welt emanzipatorische Behindertenbewegungen gibt, haben sich Disability Studies als wissenschaftliche Disziplin bis jetzt nur in wenigen Ländern etablieren können. Der in Deutschland eben erst begonnene Diskussionsprozess um Disability Studies sollte durch die Sommeruniversität ein großes Stück voran gebracht werden. Die Sommeruni begann mit einer der Tagung „Kulturwissenschaftliche Aspekte der Disability Studies". Dieser folgte ein zweiwöchiges Programm mit 16 einwöchigen Weiterbildungen, ca. 50 Nachmittags-Workshops und einem breiten Kulturprogramm. Insgesamt nahmen über 500 Menschen an den verschiedenen, von bifos durchgeführten Veranstaltungen teil. Es herrschte eine starke Aufbruchstimmung und ein großes Austauschbedürfnis. Die Diskussionen wurden nicht nur in den Pausen auf den Fluren und in den Innenhöfen fortgesetzt, sondern vielfach über die Sommeruni hinaus, und immer wieder wurde der Wunsch nach baldiger Wiederholung geäußert. Festzuhalten ist, dass es in diesem Jahr einen Schub für die Disability Studies gegeben hat und ein großer Bedarf besteht, die Diskussion um die Disability Studies weiterzuführen, um sie auf eine solide Basis stellen zu können. Die vorliegende Dokumentation, die den Ablauf und die Inhalte der Sommeruni in vorwiegend chronologischer Reihenfolge wiedergibt, soll dazu beitragen, dass auch interessierte Leserinnen und Leser, die nicht an der Sommeruni teilnehmen konnten, durch die Vielfalt der spannenden Beiträge einen Einblick in die Diskussion um Disability Studies in Deutschland erhalten können.

 

Disability Studies in Deutschland -Behinderung neu denken! Dokumentation der Sommeruni 2003 als PDF-Download I 8,6 MB

 

David Brehme, Petra Fuchs, Swantje Köbsell, Carla Westermann (Hrsg.): 
Disability Studies im deutschsprachigen Raum
Zwischen Emanzipation und Vereinnahmung

 

Beltz Juventa, 2020, Open Access Publikation  

15 Jahre nach der Sommeruniversität in Bremen hat im Oktober 2018 eine Tagung in Berlin über 200 in den Disability Studies Aktive, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen, aus dem deutschen Sprachraum zusammengeführt. Aus diesem Zusammentreffen sind die in diesem Band versammelten Beiträge entstanden, die den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Debatte in diesem jungen, dynamischen Wissenschaftsfeld abbilden. Sie verdeutlichen, in welch innovativer Weise die Disability Studies durch ihre normalitätskritische und intersektionale Herangehensweise zur Dekonstruktion von Behinderung beitragen und damit einen zentralen Beitrag zu einem neuen Verständnis von Behinderung erbringen, das für gelingende Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen unerlässlich ist.

 

Externer Downloadlink: Disability Studies im deutschsprachigen Raum PDF-Datei I 4,75 MB
 

Anne Waldschmidt (Hrsg.) im Auftrag des bifos e.V.
Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Disability Studies
Tagungsdokumentation

 

Klappentext: Für das Phänomen der Behinderung und die Lebenssituation behinderter Menschen haben sich bislang eher die angewandten Wissenschaften wie die Medizin und die Heil- und Sonderpädagogik interessiert. Dagegen bietet das neue Forschungsfeld der Disability Studies einen innovativen Zugang, das Phänomen der Behinderung zu reflektieren. Vor allem bringen die Disability Studies die Kulturwissenschaften in den Behinderungsdiskurs ein. Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive sind überraschend neue Einsichten möglich, beispielsweise in die Art und Weise, wie Alltagswissen produziert, Normalitäten hergestellt, Differenzierungskategorien etabliert, gesellschaftliche Praktiken der Ein- und Ausschließung gestaltet, personale und soziale Identitäten geformt und neue Körperbilder geschaffen werden. Normalität in der Modeme, dichterische Produktion und Subjektivität, Alltagsinteraktion zwischen Blinden und Sehenden, nationalsozialistische Zwangssterilisation, historische Biographieforschung, natürliche Narren im Mittelalter, Anthropologie des Körpers und das „soziale Modell" von Behinderung aus Sicht der britischen Disability Studies - all diese Themen gehören zu dem kulturwissenschaftlichen Ansatz und machen seine Vielfalt und Faszination aus. Die Herausgeberin DR. ANNE WALDSCHMIDT Ist Professorin für Soziologie in der Heilpädagogik, Sozialpolitik und Sozialmanagement an der Universität zu Köln.

 

Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Disability Studies als PDF-Download I 9,01 MB